OMS Werbung
Snippets
Artikelansicht
GESEKE

„Das ist ja wie in Österreich“

Geseke - „Das ist ja wie in Österreich“, ruft Käthe Cramer und lacht. Aus dem Fenster eines knallorangen Omnibusses schaut sie in diesem Moment auf eine riesige Felsformation. Nein, um den Alpenhauptkamm handelt es sich natürlich nicht. Und einen Koffer musste sie im Reisebus auch nicht verstauen. Aus nächster Nähe erlebt die Gesekerin am Dienstagmorgen eine Sprengung im Steinbruch Fortuna der Dyckerhoff AG. Vorbei an steilen Abbruchkanten rollt der Bus tief hinein in den Themenpark „Mythos Stein“. „Das hätte ich sonst nicht mehr gesehen“, hört man aus dem hinteren Teil des Fahrzeugs. „Ja, schau an, Geseke ist steinreich“, heißt es weiter vorne.

Zusammen mit 21 weiteren Seniorinnen und Senioren aus der Geseker Kernstadt und aus den Ortsteilen verbringt Käthe Cramer in dieser Woche auf Einladung des Caritas-Kreisverbandes und der heimischen Caritas-Konferenzen einen „Urlaub ohne Koffer“. Erstmals bietet die Caritas dieses bewährte Konzept der Naherholung für ältere Mitbürger auch in Geseke an. 22 Teilnehmer gleich zur Premiere: Damit ist Organisator Gerd Karbowski vom Kreisverband mehr als zufrieden. „Viel mehr geht nicht. Die Größe der Gruppe ist gut fürs Gemeinschaftsgefühl“, erklärt er.

Seit Montag treffen sich die Teilnehmer - 20 Frauen und zwei Männer (Karbowski: „Das Verhältnis ist normal“) - Morgen für Morgen im Pfarrheim St. Petri, frühstücken gemeinsam, um sich auf einen abwechslungsreichen Urlaubstag einzustimmen. Rund 20 ehrenamtliche Caritas-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter kümmern sich um den reibungslosen Ablauf, sorgen für den Transport der Senioren und servieren das vom Krankenhaus gelieferte Essen.

Auf dem Programm standen bislang eine Gesprächsrunde mit Vize-Bürgermeister Robert Henneken, ein Liedernachmittag mit Franz-Josef Koch, ein Gedächtnistraining, ein Sketchnachmittag und eben die vom heimischen Landtagsabgeordneten Werner Lohn kommentierte Stadtrundfahrt mit dem Abstecher in den Steinbruch Fortuna.

Ein Spaziergang durch den Stadtpark, ein Ausflug nach Störmede, der Besuch eines Imkers, Sitzgymnastik und das traditionelle Kräuterbinden folgen in den nächsten Tagen. „Das Programm muss richtig dosiert sein“, weiß Karbowski. Ausflüge, Bewegung und Entspannung wechseln sich daher ab. „Das ist super hier, ich sitze ja sonst nur in meinen eigenen vier Wänden mit meinem Wellensittich“, freut sich Hedwig Hanxleben (94) über die Abwechslung. Der letzte Urlaub liegt für die Störmederin schließlich schon über 25 Jahre zurück. „Da war ich mit meinem Mann am Rhein in Boppard“, erinnert sie sich.

Mindestens genauso aufgeregt wie damals ist sie auch jetzt bei der Busfahrt in den Steinbruch. „Ich habe in der Nacht kaum geschlafen. Das ist alles ganz schön viel, aber heute geht es auch ohne Schlaf“, sagt sie, bevor Rainer Hostmann, Produktionsleiter der Tagschicht bei Dyckerhoff, den Vorgang der Sprengung und der Zementherstellung erklärt.

Begeistert sind auch Doris Wiechert und Lebensgefährte Josef Schefer. „Ich bin mit dem Rollator unterwegs. Richtig verreisen geht da nicht mehr. Deshalb ist das eine schöne Abwechslung“, sagt Doris Wiechert. An diesem Vormittag schafft sie es mit ihrem künstlichen Kniegelenken problemlos in den Bus. Und das vielleicht auch, weil sie beim „Urlaub ohne Koffer“ nachts im eigenen Bett schlafen kann. „Dort schläft man halt am besten“, weiß Georg Karbowski. - df

13.08.2013 16:58
Vorlesen
Werbung
Artikel kommentieren
Bitte geben Sie den Bestätigungscode ein:
neuen Code generieren
  Werner Lohn, Geseke-Langneicke 14.08.2013 10:32:42
Herzlichen Glückwunsch, ein ganz tolles Foto bzw. eine tolle Fotomontage, die das imposante Schauspiel der Sprengung im Steinbruch Dyckerhoff hervorragend wiedergibt. Da ich den gestrigen Vormittag organisieren und begleiten durfte, möchte ich mich hiermit noch einmal ganz herzlich bei der Fa. Dyckerhoff AG bedanken, die auf meine Anfrage hin ganz unkompliziert und großzügig diese Sprengung für die Aktion der Caritas "Urlaub ohne Koffer" durchführte. Insgesamt wurden auf einer Länge von 40 Metern in der ca. 19 Meter hohen Wand 20 Sprengbohrungen mit 1,2 Tonnen Sprengstoff gesetzt, die dann 30000 Kubikmeter hochwertigsten Geseker Kalksteins in die Tiiefe krachen ließen.Ganz spontanes soziales Engagement zeigte auch noch die Geseker Firma August Richter, die der Bitte, ein Podest aus Palletten für den leichteren Ausstieg der gehbehinderten Teilnehmer aus dem Bus zur Verfügung zu stellen, ohne Zögern sofort nachkam. Ein auch für mich als Begleiter der Aktion "Urlaub ohne Koffer" ganz positiver Vormittag. Danke und herzliche Grüße Werner Lohn Landtagsabgeorneter
Suche
Ticker
Lokal
Überregional
Wetter
Kalenderblatt
Heute, 20.04.2014
16. Kalenderwoche
110. Tag des Jahres
Noch 255 Tage bis zum Jahresende
Sternzeichen: Widder
Namenstag: Hildegund, Odette, Wilhelm
Sonnenaufgang:
aa
Sonnenuntergang:
a
Mondaufgang:
b
Monduntergang:
c
Mondphase:
d
mehr
Piwik
Zeitungsverlag Der Patriot GmbH • Hansastraße 2 • 59557 Lippstadt • Postfach 2350/2360 • Tel.: (02941) 201-00 • Fax (02941) 201-297