LIPPSTADT

Mauern der Vorurteile in Brücken des Dialogs umbauen

Lippstadt - „Es hat Spaß gemacht, hebräisch zu singen“, sagt Annika (11) vom Evangelischen Gymnasium. Ihre sechste und eine fünfte Klasse haben eigens für den „Engel der Kulturen“ - das Thema des 22. Friedensgebetes der Religionen“ - zwei Lieder einstudiert: einen christlichen und einen jüdischen Kanon - ganz im Sinne des interreligiösen Dialogs, in dessen Zeichen die Aktion am Dienstag stand.

Teilweise von ganzen Kinderscharen begleitet, rollten die Künstler Gregor Merten und Carmen Dietrich die 1,50 Meter große Engel-Skulptur von einer religiös-relevanten Station zur nächsten. Da die Veranstaltung erstmals vormittags anfing, sah das Publikum ein bisschen anders aus als gewohnt. Die Kinder und Jugendlichen hätten die Aktion allerdings „noch mal anders lebendig und kreativ“ gemacht, meinte Gemeindereferentin Irmgard Sandfort, die zum Arbeitskreis des Friedensgebetes gehört.

Auf dem Schulhof des Evangelischen Gymnasiums sagte Gabriele Kuhne im Hinblick auf die verschiedenen Religionen und Kulturen auf der Erde: „Wir alle sind miteinander verbunden und werden unsere Zukunft nur gemeinsam friedlich gestalten können.“ Das solle allen Menschen im Gedächtnis bleiben, auch wenn der Sandengel, der an jeder der insgesamt sechs Stationen hinterlassen wurde, nicht mehr existiere.

Ihren Höhepunkt erreichte die Kunst- und Gebetsaktion am Nachmittag. Da wurde im Innenhof der Thomas-Valentin-Bücherei ein Engel der Kulturen zur Bodenintarsie gemacht. Damit wurde Lippstadt Teil des „Bandes des Friedens“, wie es Künstlerin Carmen Dietrich ausdrückte.

Der Lippstädter Engel wurde vor rund zwei Wochen in Lütjensee in Schleswig-Holstein gefertigt. Der, der im Zuge der Veranstaltung im Innenhof der Bücherei entstand, wird demnächst in Passau in den Boden eingelassen. So werden mit den Religionen gleich auch verschiedene Städte miteinander verbunden. Bisher sind es knapp 70. „Wir sind es, die Mauern der Vorurteile in Brücken des Dialogs umbauen müssen. Wir sind es, die das Rad der Geschichte weiterdrehen müssen“, appellierte Dietrich.

Trotz der Stationen, die am Jüdischen Erinnerungszeichen und spontan bei der Griechisch-orthodoxen Kirchengemeinde eingelegt wurden, war das Friedensgebet nicht ganz so interreligiös wie geplant: An der Mevlana-Moschee fand lediglich ein kurze, improvisierte Begrüßung statt. Dann halfen Schüler der Drost-Rose-Realschule mit einem Lied aus. Özkul Güves vom Vorstand der Türkisch-Islamischen Union sagte auf Nachfrage telefonisch, dass der erste Vorsitzende im Krankenhaus sei und ein neuer Imam Mitte Oktober erwartet werde. „Ohne Chef läuft nicht alles normal“, gab Güves an. Er selbst sei durch die Arbeit verhindert und habe die Organisation übertragen. Zu seinem Bedauern habe das wohl nicht funktioniert. - jk

30.09.2014 18:50
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