LIPPSTADT

„Wollen Sie, dass Ihre Mutter verhungert, erstickt, verfault?“

Lippstadt    „Todkranke werden durch sinnlosen Einsatz ausgefeilter Medizintechnik am Sterben gehindert“, meint der Palliativmediziner Dr. Matthias Thöns. In seinem Buch „Patient ohne Verfügung – Das Geschäft mit dem Tod“ zeigt er anhand von Fallbeispielen auf, wie Patienten am Lebensende übertherapiert werden – auch wenn längst keine Aussicht mehr auf Heilung besteht. Am Mittwoch, 13. September, ist er in Lippstadt zu Gast, um sein Buch vorzustellen. Wieso sich Ärzte auf das Geschäft mit dem Sterben einlassen und wie friedlich es sein kann, hat der Arzt im Gespräch mit Redakteurin Carolin Cegelski erklärt.

Beatmung über den Tod hinaus, unnötige Operationen und Behandlungen, die das Leid des Patienten verlängern – in ihrem Bestseller „Patient ohne Verfügung – Das Geschäft mit dem Lebensende“ schildern Sie schaurige Fallbeispiele, bei denen Patienten am Lebensende aus Kostengründen übertherapiert werden. Zählt der Wille des Patienten nicht mehr?

Thöns: Rechtlich ist der Patientenwille für uns Ärzte absolut bindend. Beachten wir ihn nicht, machen wir uns strafbar. Das machen die meisten Ärzte und Einrichtungen korrekt. Aber es gibt im Bereich sehr hochpreisiger Behandlungen leider nicht nur einzelne schwarze Schafe. ARD Monitor hat mit versteckter Kamera Intensivdienste besucht. Man suche für den vermeintlich wohlhabenden Vater einen neuen Intensivpflegedienst, weil es bei dem aktuellen Versorger Probleme wegen einer dieser Behandlung entgegenstehenden Patientenverfügung gäbe. Das Ergebnis: 5 von 6 sagten zu, missachteten den Patientenwillen des stark Leidenden. Die Patientenverfügung solle man verschwinden lassen, sie interessiere nicht oder man solle sie halt nachverändern: Der Mehrheit war der Patientenwille „Schnuppe“.

Gehen Sie hier als eingeloggter Abonnent mit uns und dem Mediziner in die Tiefe des Themas. Der ganze Artikel natürlich auch in der großen Wochenendausgabe des Patriot.

10.09.2017 09:41
Drucken Vorlesen Senden


Das Kommentieren dieses Artikels ist nach der Portal-Anmeldung möglich. Nicht angemeldete Leser können uns ihre Meinung gerne per E-Mail, Facebook oder auf postalischem Weg mitteilen.
Anzeige
Suche
Lokal
Überregional
Eingeloggt sieht man mehr
Wenn Sie sämtliche Artikel einsehen möchten, loggen Sie sich bitte ein.
Prospekte
Patriot Aktionen
Frage des Tages
Umstrittener Videobeweis in der Fußball-Bundesliga: Sollte man die neue Regelung wieder abschaffen?
Jetzt abstimmen
Ergebnis
Umfragen-Archiv
Fotogalerien-Archiv
Kalenderblatt
Heute, 20.09.2017
38. Kalenderwoche, 262. Tag des Jahres
Noch 103 Tage bis zum Jahresende
Sternzeichen: Jungfrau
Namenstag: Albert, Igor, Theodor
HISTORISCHE DATEN
Sonnenaufgang:
aa
Sonnenuntergang:
a
Mondaufgang:
b
Monduntergang:
c
Mondphase:
d
mehr
Zeitungsverlag Der Patriot GmbH • Hansastraße 2 • 59557 Lippstadt • Postfach 2350/2360 • Tel.: (02941) 201-00 • Fax (02941) 201-297