Auch Lippstädter demonstrieren gegen Kohleabbau

von Redaktion am 13. Januar 2023 17:01 Uhr Kinder -  Lesezeit 2 min

Lippstadt/Lützerath – Lützerath, den Namen hören wir gerade ziemlich oft in den Nachrichten. Es geht um ein Dorf in Nordrhein-Westfalen, in dem eigentlich schon niemand mehr wohnt. Es ist Schauplatz für eine Auseinandersetzung um den Klimaschutz auf der einen und Stromerzeugung auf der anderen Seite. Auch Klimaschützer aus Lippstadt beteiligen sich am heutigen Samstag in Lützerath an den Protesten.

Aber noch einmal kurz zur Erklärung: Auf der Kitz-Seite war Lützerath in dieser Woche bereits Thema. Denn seit einiger Zeit kommen Klimaschützer nach Lützerath, um zu verhindern, dass der Energiekonzern RWE das Dorf kaputt macht, um Braunkohle, die im Boden liegt, abzugraben. Daraus soll Strom gewonnen werden. Damit die Bagger weiter graben können, versucht die Polizei seit einigen Tagen, die Klimaschützer aus Lützerath zu vertreiben.

Die Klimaschützer wiederum wollen ein Zeichen setzen, weil mit der Stromerzeugung die Umwelt belastet wird und sie fürchten, dass deshalb die Klimaziele der Bundesrepublik Deutschland nicht einhalten werden und die Erwärmung über 1,5 Grad steigt. Außerdem wollen sie verhindern, dass der Ort einfach verschwindet.

An dem Protest will sich heute auch das Klimanetzwerks Lippstadt beteiligen. „Wir kommen mit rund 100 Leuten“, sagt Anke Victor vom Klimanetzwerk Lippstadt. Da sind allerdings nicht nur Lippstädter, sondern auch Paderborner, Erwitter und Soester mit an Bord. Insgesamt erwartet die Fridays-for-Future-Bewegung Klimaschützer aus über 50 Orten in Lützerath. Prominenteste Unterstützung für die Proteste dürfte die Klimaaktivistin Greta Thunberg sein. Sie nimmt am Samstag ebenfalls an der Demonstration teil.

Beim Protest planen die Lippstädter keine eigene Aktion. „Wir wollen nur friedlich demonstrieren, wie man es von uns in Lippstadt kennt“, sagt Victor. Sie betont, wie wichtig es sei, die 1,5- Grad-Grenze bei der Erderwärmung einzuhalten. Der Kompromiss, mit dem Kohleabbau schon 2030 statt 2038 aufzuhören, bringe nichts. „Das Quantum an abgebauter Kohle wird deshalb nicht weniger“, sagt sie. „Wir stehen an einem Kipppunkt.“ Umso wichtiger sei es, jetzt „ein Zeichen zu setzen und zu zeigen, wir sind da.“

mes/dpa