Das zweite Leben der Blumenwiese

von Redaktion am 11. November 2022 14:26 Uhr Kinder -  Lesezeit 2 min

Lippstadt – Manch einer glaubt ja, Pflanzen blühen nur für uns Menschen, und wenn die Blumen verblüht und die Pflanzen verdorrt sind, sollten sie spätestens im Herbst entfernt werden. Die Stauden haben ihre Aufgabe erfüllt, jetzt kommt das trockene Gestrüpp in den Kompost oder die Biotonne. Aber Stopp! Tatsächlich beginnt nun eine wichtige Zeit für die Lebensgemeinschaft der Wildwiese.

Die trockenen Pflanzenteile sind Versteck und Schutz für Eier und Larven zahlreicher Insekten. Manche Insekten und kleine Spinnen überwintern in den oft hohlen Stängeln der trockenen Stauden und Gräser. Es gibt sogar Schmetterlingsraupen und Puppen, die benötigen den Frost kalter Winternächte, damit sie sich weiter entwickeln können. Wenn sie jetzt in der Biotonne landen, dann gibt es diese Schmetterlinge im nächsten Frühjahr nicht mehr.

An der Bodenoberfläche gibt es zudem im herbstlichen Laub- und Wiesendickicht Nahrung und Unterschlupf für andere Wiesenbewohner, wie kleine Mäuse oder junge Igel. Auch die Lebewesen im Boden profitieren vom Verbleib abgestorbener Pflanzenteile. Sie sind wichtige Nahrung für Regenwürmer, Asseln und die riesige Zahl von Springschwänzen. Sie alle – und noch viel mehr – sorgen für die Humusbildung. Humus ist die Grundlage für das Wachstum im kommenden Frühling. Über das Bodenleben berichten wir ein anderes Mal.

Wiesenfreunde mögen auch die hübschen Fruchtstände der Wilden Möhre und anderer Wiesenpflanzen, die auch verdorrt noch attraktiv sind. Schau dir mit einer Lupe mal die Samen in den trockenen Fruchtständen an – du wirst staunen über die oft seltsamen Formen. Eine Wildwiese ist eben mehr als nur eine Ansammlung bunter Blumen. Auch auf den mittlerweile zahlreichen Wildwiesen der Lippstädter Mischung sollten daher Teilflächen bis zum zeitigen Frühjahr ungemäht bleiben. Dann wird die nächste Insektengeneration zahlreich schlüpfen können.

Immer wieder anders

Über das Jahr hinweg zeigt eine Wildblumenwiese ganz unterschiedliche Gesichter. Die Lippstädter Blumengroup, die aus Vertretern der drei Naturschutzverbände ABU (Luise Hauswirth), NABU (Peter Hoffmann) und BUND (Heinrich Münz) besteht, nimmt uns mit auf ihre Wiesen. Gemeinsam berichten sie für Kitz, was dort wann passiert. Wir sind schon gespannt auf blühende Neuigkeiten.