Flink und lautlos durch die dunkle Nacht
von Redaktion am 29. November 2019 18:31 Uhr Kinder

Berlin – Um Fledermäuse ranken sich jede Menge Geschichten. Die Menschen erzählten sich früher, die Tiere seien Wesen mit Zauberkräften. Sie könnten sich unsichtbar machen oder durch Wände fliegen. Fledermäuse flattern zwar lautlos und flink durch die Nacht flattern. Doch Zauberkräfte haben sie nicht. Sie sind einfach sehr gut an ihre Umwelt angepasst.

Fledermäuse verschlafen jedes Jahr den Winter. Zuvor fressen sie sich aber noch reichlich Speck an. Nachts jagen unsere heimischen Fledermäuse Insekten, wie etwa Fliegen, Falter und Mücken. Und zwar jede Menge! „Würden wir Menschen so einen Appetit haben, würden wir jede Nacht 50 Pizzas verputzen“, erklärt der Fledermaus-Experte Jörg Harder. Aber wie erwischen sie nachts ihre Beute? Um sich in der Dunkelheit zurechtzufinden, brauchen Fledermäuse ihre Augen nicht. Stattdessen vertrauen sie auf ihre empfindlichen Ohren und ihr Echolot. Das bedeutet: „Die Tiere stoßen über Nase oder Maul hohe Töne aus, die wir Menschen nicht hören können“, sagt Jörg Harder. „Die Schallwellen dieser Töne werden von der Umgebung der Tiere zurückgeworfen und wandern zurück ins Fledermausohr.“ Auf diese Weise erkennen Fledermäuse auch kleine Mücken – ohne sie tatsächlich zu sehen.

Mit ihrem Körperbau und ihren Sinnesorganen haben sich Fledermäuse hervorragend an ihren Lebensraum angepasst. Dennoch sind die Tiere bedroht. Einerseits haben sie viele Feinde, wie etwa Katzen, Marder und Greifvögel. Zum anderen fehlen oft ausreichend Platz zum Jagen sowie der Unterschlupf für einen ungestörten Winterschlaf.