„Ich spiele einfach nur Fußball“
von Julika Enders am 04. Januar 2019 - 16:24 Uhr Kinder

Lippstadt Emilia Deppe ist 14 Jahre alt, besucht die 8. Klasse am Gymnasium Schloss Overhagen und ist eigentlich ein ganz normales Mädchen. Obwohl, so ganz gewöhnlich ist sie dann doch nicht. Sie spielt nämlich außergewöhnlich gut Fußball. Bei den C-Junioren des SV Lippstadt kickt sie mit den Jungs in der Bezirksliga. Sie gehört zur U16-Westfalen-Auswahl und nun spielt sie auch erste Bundesliga, mit den U17-Mädchen des FSV Gütersloh. Für die Kitz-Redaktion gleich drei gute Gründe, mit Emilia mal ein Gespräch zu führen. Natürlich über Fußball.

Was bedeutet Fußball für dich?

Es ist einfach meine Lieblingssportart und ich würde es später auch gern als Beruf machen. Mal sehen, wie ich mich weiterentwickle. Erstmal möchte ich Sport studieren.

Worauf freust du dich im neuen Jahr am meisten?

Aufs Fußballspielen. Vor allem auf mein Debüt in der Bundesliga und auch darauf, mich in der Westfalen-Auswahl weiter behaupten zu können.

In der C-Jugend beim SV Lippstadt bist du das einzige Mädchen. Wie ist das?

Eigentlich ganz normal. Erst musste ich mich schon ein bisschen behaupten, aber inzwischen bin ich anerkannt.

Gibt es denn einen Unterschied zwischen Jungen- und Mädchenfußball?

Die Jungs spielen schneller, das ist spannender und macht mir mehr Spaß. Auf Antrag kann ich jetzt noch bei den Jungs mitspielen. Aber wenn ich älter bin, werde ich dann nur noch mit den Mädchen spielen.

Und was sagen deine Freundinnen dazu? Verstehen sie deine Fußball-Liebe?

Meine Freundinnen sind das ja schon gewöhnt. Ich spiele ja schon Fußball, seitdem ich fünf Jahre alt bin.

Hast du eine Lieblingsmannschaft?

Am liebsten mag ich Manchester City. Deutschen Fußball finde ich nicht so spannend, da waren in den letzten Jahren ja immer die Bayern oben. Aber wenn ich mich bei den deutschen Mannschaften entscheiden müsste, bin ich für Dortmund.

Wie bekommst du denn Schule und Fußball unter einen Hut?

Das klappt gut. Ich kann eigentlich alles machen, was ich möchte.

Und wie fühlt sich das an, als Fußball-Talent so gefeiert zu werden?

Ach, eigentlich werde ich gar nicht gefeiert. Ich spiele einfach nur Fußball. Wie immer.

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Die Deutschen lieben Fußball. Allerdings eher das Spiel der Männer. Dabei sind die deutschen Fußball-Frauen ziemlich erfolgreich. Acht von zehn Mal holte die deutsche Frauennationalmannschaft seit 1989 den Titel Europameister. Der Unterschied zwischen Männern und Frauen wird auch bei der Bezahlung deutlich: Bei einer Europameisterschaft bekommen die Herren für den Titelgewinn zum Beispiel acht Mal so viel Geld wie die Frauen für den gleichen Erfolg. Allerdings gab es da noch schlimmere Zeiten: Für ihren ersten Europameister-Titel bekamen die Fußballerinnen 1989 als Prämie – tadaaa: ein Kaffeeservice ... Oh Mann!