Junge Gesekerin erlebt Afrika

von Ulrike Dietz am 18. November 2022 16:30 Uhr Kinder -  Lesezeit 2 min

Bei einem Schüleraustausch lernen Jugendliche eine andere Welt kennen. Sie leben für eine gewisse Zeit im Ausland bei einer Gastfamilie und besuchen dort die Schule. Oft geht es nach Frankreich, England oder in die USA. Seltener gehören afrikanische Schulen zum Austauschprogramm. An der Gesamtschule in Salzkotten gibt es eine Schulpartnerschaft mit dem ostafrikanischen Staat Tansania. Vor Kurzem fand der erste Besuch in Afrika statt. Mit dabei war auch Franziska Auge aus Geseke.

Geseke/Salzkotten – Zusammen mit drei Mitschülerinnen und vier Lehrern verbrachte die 17-jährige Gesekerin 15 Tage in Tansania. Zurück kam Franziska mit neuen Erfahrungen. „Es war ein tolles Erlebnis“, fasst sie zusammen. „Die Gastfreundschaft in Tansania ist unglaublich. Das kennt man aus Deutschland nicht so.“

Der Kontakt nach Afrika besteht schon länger: Die Johannesschule – also sozusagen die Vorgängerin der Gesamtschule – hatte bereits Verbindungen zu einer Grundschule. Die Gesamtschule hat die Partnerschaft nun um eine weiterführende Schule erweitert – die Karambi Secondary School im Nordwesten des Landes. Genau dort waren nun Franziska und ihre Mitschülerinnen zu Gast.

„Wir warten seit vier Jahren auf die Reise“, erzählt Franziska Auge. Unter anderem kam die Corona-Pandemie dazwischen. Nun hat der Austausch endlich geklappt. Obwohl „Austausch“ nicht unbedingt das richtige Wort ist, bemerkt Lehrerin Alexandra Bröckling. Der Trip nach Tansania sei vielmehr eine projektbezogene Begegnung unter dem Motto „Strong in Diversity“ – also: „Stärke durch Vielfalt“ gewesen.

In diesem Zusammenhang gab es in Tansania verschiedene Aktionen – zum Beispiel einen Trommelkurs oder ein Netball-Turnier. Außerdem pflanzten die Jugendlichen gemeinsam Bäume. Wie bei einem „normalen“ Austausch nahmen die deutschen Schülerinnen aber auch am Unterricht teil.

Untergebracht waren Schüler und Lehrer in einer Missionsstation, sie verbrachten aber auch eine Nacht in Gastfamilien. Das Leben in Tansania sei „gar nicht so unterschiedlich, wie man denkt“, sagt Franziska Auge. Der Standard sei zum Teil aber doch deutlich niedriger als in Deutschland, räumt sie ein. Statt einer Toilette mit Wasserspülung gab es zum Beispiel ein Loch im Boden, die Küche war draußen und teilweise hatten die Häuser auch keinen Stromanschluss. „Am Anfang war das gruselig“, gibt die 17-Jährige zu. „Wenn man sich aber dran gewöhnt hat, ist es halb so wild.“

Deswegen würde die Gesekerin auch jederzeit wieder nach Tansania fahren – und es auch ihren Mitschülern empfehlen. „Man lernt Vieles anders wertzuschätzen“, sagt sie. Vor allem das, was für uns selbstverständlich ist wie zum Beispiel eine warme Dusche.