Kröte mit spezieller Duftnote
von Redaktion am 1. April 2021 16:33 Uhr Kinder -  Lesezeit 2 min

Lippstadt – Im Frühling erwacht die Natur, und auch tief in der Erde regt sich etwas. Kröten, Frösche und Molche beenden ihre Winterruhe und machen sich auf den Weg. Sie streben kleinen Gewässern zu, in denen sich Männchen und Weibchen treffen, um später ihre Eier ins Wasser zu entlassen. Eine sehr bemerkenswerte Amphibienart ist die Knoblauchkröte. Nicht nur ihr Name ist interessant, auch ihre Lebensweise ist speziell. Luise Hauswirth von der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz (ABU) stellt sie extra für Kitz vor.

Die Knoblauchkröte braucht saubere Gewässer und sandigen Boden zum Eingraben. Dafür hat sie kräftige Schaufelfüße und ein hartes Schädeldach. Wenn sie sich bedroht fühlt, sondert sie ein Sekret ab, das etwas nach Knoblauch riecht. Sie ist leider in ganz Europa sehr selten geworden und braucht Schutz und Unterstützung.

Am Rand der Lippeaue bei Lippstadt gibt es noch ein größeres Vorkommen dieser Art. Damit es ihr dort gut geht, schneidet die Stadt Lippstadt gelegentlich einige Gehölze zurück. So sind die Laichgewässer heller und wärmer. Dadurch wachsen Wasserpflanzen besser und die Amphibien sind geschützt vor Feinden wie Fischen oder Graureihern.

Knoblauchkröten merken sich ihren Heimatteich und vergraben sich mehrere Jahre in der Erde, bis sie erwachsen sind und selbst ein Gewässer zur Eiablage aufsuchen. Damit der nächtliche Weg dorthin möglichst sicher ist, hat die ABU einen Zaun aufgebaut, der die Kröten umleitet, bis sie in vergrabene Eimer fallen. An jedem Morgen kommen Helfer, die alle Amphibien über den Zaun zum Teich setzten. So konnte die ABU auch bei Eickelborn wieder Knoblauchkröten nachweisen, die nun die eigens für sie gebaggerten Teiche besiedeln. Das ist ein tolles Ergebnis und wir sind froh, dass wir viele begeisterte Helfer haben, die sich bei jedem Wetter frühmorgens auf den Weg machen. So müssen die Tiere nicht zu lange in den Eimern aushalten.

Life-Projekt fördert Artenschutz

Die Europäische Union fördert die Schaffung und Verbesserung von Biotopen wie an der Lippeaue durch das Life-Projekt Atlantische Sandlandschaften und betreibt sogar eine Aufzuchtstation im Münsterland. Dort wird der Laich (Eierpakete) von Knoblauchkröten bei der Entwicklung geschützt, so dass besonders viele Kaulquappen daraus hervorgehen. Hunderte von ihnen werden dann in Gewässern in Naturschutzgebieten an der Lippeaue eingesetzt, aus denen sie nach einiger Zeit als Jungkröten an Land gehen.