Lautstarker Probelauf
von Julika Enders am 11. September 2020 17:49 Uhr Kinder -  Lesezeit 2 min

Brände, Überschwemmungen oder schwere Unwetter: Wenn etwas passiert, das viele Menschen in Gefahr bringen kann, müssen die Menschen schnell informiert werden. Lautes Sirenengeheul eignet sich da gut, weil es nicht zu überhören ist. Am Donnerstag gab es in ganz Deutschland einen Probelauf für alle Sirenen.

Kreis Soest – Vielleicht kennt ihr das, wenn ihr in der Schule schon mal bei einem Probealarm geübt habt, wie ihr euch im Ernstfall richtig verhaltet. Wenn man regelmäßig übt, ist man bei einer echten Gefahr sicherer. Am Donnerstag gab es so einen Probealarm in ganz Deutschland. Dieser Warntag sollte allen Menschen vor Augen halten, wie sie sich bei einer Gefahr informieren und verhalten sollen.

Außerdem ging es bei diesem Testlauf auch darum, zu prüfen, ob die Mittel, die zur Warnung der Bevölkerung zur Verfügung stehen, technisch funktionieren. Das laute Sirenengeheul war in vielen Orten wohl das auffälligste Zeichen an diesem Warntag. Rund 180 Sirenen im Kreis Soest hat Dennis Pingel vom Feuer- und Katastrophenschutz in der Leitstelle im Rettungszentrum ausgelöst.

Aber in manchen Orten blieb es trotzdem ruhig: Sieben Sirenen in Welver, Erwitte, Wickede und Soest blieben stumm. Die werden jetzt überprüft, damit sie im Ernstfall auch funktionieren. „Jede Sirene hat einen kleinen Computer“, erklärt Dennis Pingel. Wenn die Sirene nicht losheult, dann liegt der Fehler daran, dass der Computer falsch programmiert ist.

Neben den Sirenen gibt es noch andere Möglichkeiten, die Menschen auf eine Gefahr aufmerksam zu machen. Radio und Fernsehen informieren genauso wie Warn-Apps auf dem Handy. Eine bekannte App heißt NINA. Die Leitstellen können darüber Warnungen verbreiten. Die meisten Menschen haben ihr Handy immer griffbereit. Deshalb ist eine Warn-App eine gute Möglichkeit zur Information. „Das läuft normalerweise auch problemlos“, sagt Dennis Pingel. Wenn die Leitstelle zum Beispiel bei Bombenfunden oder Unwettern im Kreis Soest über NINA informiert, gehe die Info innerhalb kürzester Zeit raus.

Nur am Donnerstag gab es eine kleine Panne. Ausgerechnet am Warntag kam der Probealarm über NINA eine halbe Stunde später aufs Handy. Diesmal hatte nicht die Leitstelle regional gewarnt, sondern eine zentrale Stelle hat für ganz Deutschland eine Information über die App versendet. Deshalb war die App wohl überlastet und es kam so zu der Verzögerung.

„Das ist ärgerlich“, sagt Dennis Pingel. Aber es ist immer noch besser, wenn solche Fehler bei Übungen passieren und nicht im Ernstfall, wenn es wirklich um jede Minute geht. Denn jetzt hat man die Chance, die Fehler zu beheben.

Sirenen

Sie sind kaum zu überhören, selbst wenn man schläft: Sirenen warnen vor plötzlichen Gefahren. Dabei gibt es verschiedene Töne. Wenn die Sirene eine Minute lang mit einem auf- und abschwellenden Ton heult, dann heißt das: Achtung, es ist etwas passiert! Schaltet das Radio an und schaut ins Internet, um nähere Informationen zu erhalten. Ist die Gefahr vorbei, ertönt eine Minute lang ein gleichbleibender Ton.