Mehr als Blaumachen
von Redaktion am 19. Juni 2020 17:29 Uhr Kinder

Freitags für das Klima auf die Straße gehen anstatt in die Schule. Ja, das ist schön und gut. Aber da geht doch noch was, oder? Die Schüler der Gesamtschule Lippstadt wollen sich noch mehr für das Klima einsetzen: mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach der Schule. Da gibt es aber ziemlich viel zu beachten.

Lippstadt – Fridays for Future, unter diesem Motto sind bis kurz vor Corona Tausende Schüler auf die Straße gegangen. Auf der ganzen Welt. Und zwar freitagmorgens, wenn sie ja eigentlich in der Schule sitzen sollten. Die Jugendlichen wollten ein Zeichen setzen: Das Klima zu retten ist aus ihrer Sicht wichtiger als in der Schule zu pauken. Fridays for Future eben – freitags für die Zukunft. Einige Erwachsene unterstützten sie dabei. Manche finden aber auch, das sei nichts weiter als schön geredetes Schuleschwänzen.

Dass es viele Schüler durchaus ernst meinen mit dem Klima, zeigt das Vorhaben der Gesamtschüler. Dort haben die Jugendlichen überlegt, wie sie sich für Klima- und Umweltschutz stark machen können. „Das Thema ist uns wichtig“, sagt Schülersprecherin Merle Ressel. Die 15-Jährige und ihr Schülersprecher-Kollege Enno Mühlhoff (18) machen sich Gedanken. Sie laden den Meeresbiologen und Klimaforscher Udo Engelhardt aus Soest zu einem Vortrag in die Schule ein und besuchen selbst auch die Auftaktveranstaltung des Lippstädter Klimabündnisses.

„Wir dachten, es wäre megacool, wenn wir eine Photovoltaikanlage auf dem Dach unserer Schule hätten, gewinnorientiert Strom einspeisen könnten“, erklärt Enno Mühlhoff. Megacool, auf jeden Fall. Aber auch gar nicht so einfach. Denn für so eine Anlage muss man ganz schön viel bedenken und viel hin- und herrechnen, damit man sie sich auch leisten kann, damit sie im besten Fall sogar Geld reinbringt.

Also haben sich die Schüler sehr genau mit ihrem Vorhaben auseinandergesetzt, haben mit Fachleuten gesprochen und mussten auch schon die ersten Ideen wieder über Bord werfen. So schnell lassen sich die jungen Leute aber nicht entmutigen. Sie bleiben dran an ihrem Projekt, bei dem sie auch von SV- und Physiklehrer Nikola Latki unterstützt werden.

Noch müssen viele Feinheiten geklärt werden. „Wir müssen gucken, wie wir es rechtlich machen, unter anderem eine Firma gründen“, erklärt der Schülersprecher. Auch die Finanzierung der Photovoltaikanlage biete mehrere Möglichkeiten: Geld leihen, Spenden sammeln oder Anteile an der Anlage verkaufen?

Eine Solaranlage ist schließlich teuer. „Wir hoffen, es möglichst schnell zu realisieren. Am besten noch in diesem Jahr.“ cc/jul

Energie aus der Sonne

Eine Photovoltaikanlage gewinnt aus Sonnenstrahlung Energie, die in Strom umgewandelt wird. Man nennt sie auch Solarstromanlage. Dafür werden Solarmodule zum Beispiel auf einem Dach montiert. Solarstrom gilt als umweltfreundlich, weil bei der Erzeugung kein schädliches CO2 ausgestoßen wird.