Spektakulärer Raub in der Schatzkammer
von Redaktion am 29. November 2019 18:31 Uhr Kinder

Dresden – Der Kunstraub in Dresden könnte Stoff für einen spannenden Hollywood-Film geben. Am Montag sind Einbrecher ins Residenzschloss mitten in der Altstadt eingestiegen, gingen gezielt ins Juwelenzimmer und zertrümmerten dort eine der Vitrinen mit den kostbarsten Stücken der Sammlung. Edelsteine, Schmuck und Perlen – Kunstschätze mit unvorstellbarem Wert wurden gestohlen. Die Täter sind auf der Flucht. Was können die Diebe mit ihrer Beute anfangen? Hier ein paar Fragen und Antworten.

Wie hoch ist der Schaden?

Der materielle Wert, also der Geldwert der gestohlenen Stücke ist riesig. Viel schwerer wiegt aber der kulturelle Verlust. Das sagen die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Denn der Verlust der einzigartigen Kunstgegenstände lasse sich kaum in Euros ausdrücken. Der Staatsschatz wurde vom Kurfürsten August dem Starken (1670-1733) angelegt. Der geschichtliche Hintergrund gibt den Stücken ihren Wert.

Könnten die Diebe die gestohlenen Juwelen verkaufen?

Laut Experten ist der Verkauf gestohlener Diamanten auf dem freien Markt schwer. Denn die Händler sind eng vernetzt und haben über Datenbanken Zugriff auf Angaben zu gestohlenen Steinen weltweit. Hehler, also diejenigen, die mit gestohlenen Waren handeln, fliegen also sofort auf.

Welche Rolle spielt die Öffentlichkeit?

Eine sehr große. Als 2016 dem US-Promi Kim Kardashian Schmuck im Wert von neun Millionen Euro gestohlen wurde, hat sich das rasend schnell herumgesprochen. Dadurch wurde die Ware unverkäuflich.

Was könnten die Täter mit der Beute vorhaben?

Wenn die Schmuckstücke zerlegt werden, können sie verkauft werden. Dadurch würden die Spuren der Täter verwischt.

„Es wäre eine Dummheit“

In Berlin wurde vor einiger Zeit eine hundert Kilo schwere riesige Goldmünze aus dem Bodemuseum gestohlen. Die Polizei geht davon aus, dass die Diebe das Goldstück zerstückelt haben, um das Edelmetall in kleinen Stücken zu verkaufen. Die Juwelen aus Dresden behalten ihren einzigartigen Wert jedoch nur als ganze Stücke. Die Diebe könnten zwar einen Diamanten zerlegen. Aber durch die alte Schleiftechnik würde Händlern sofort auffallen, woher die Stücke kommen. „Man kann solche Steine nicht einfach zu Geld machen“, sagt ein Experte. Herausgebrochene Diamanten entwerteten sie. „Es wäre eine Dummheit, das zu machen.“