Traumberuf Bauer in Gefahr
von Julika Enders am 29. November 2019 18:31 Uhr Kinder

Solche Bilder sieht man selten aus der Bundeshauptstadt Berlin. Eine ganze Kolonne Trecker rollt durch die Stadt, viele von ihnen reihen sich vor dem Brandenburger Tor auf. Die Bauern in ganz Deutschland sind sauer und zeigen das bei einer Protestaktion in Berlin. Auch Landwirte aus dem Kreis Soest waren dabei.

Kreis Soest/Berlin – Acht Bauern aus dem Kreis Soest sind mit ihren Treckern nach Berlin gefahren. 460 Kilometer. So ein Trecker fliegt nicht mal eben mit Tempo 180 über die Autobahn. Nein, die Landwirte um Joachim Pehle aus dem Erwitter Ortsteil Schmerlecke sind insgesamt 13 Stunden über Land- und Bundesstraßen getuckert. „Es ging für uns quasi querfeldein, so wie das Navi den besten Weg vorgeschlagen hat“, sagt Joachim Pehle.

Viele weitere Bauern aus unserer Gegend sind mit einem Sonderzug nach Berlin gefahren. Landwirte aus ganz Deutschland haben dort am Dienstag protestiert. Ihr Protest richtete sich gegen die Politik. Die Politiker hatten ein „Agrarpaket“ beschlossen, also Regeln und Gesetze für Bauern. Die Landwirte finden, dass ihre Arbeit durch diese neuen Bestimmungen immer schwieriger wird. Sie haben Angst um die Zukunft ihrer Bauernhöfe. Die Landwirte fühlen sich von den Politikern nicht verstanden. Sie wünschen sich, dass ihre Sorgen und Probleme ernst genommen werden und wollen bei so wichtigen Entscheidungen über ihre Arbeit mitreden.

Mit den neuen Regeln sollen Insekten und Umwelt geschützt werden. Deshalb wird zum Beispiel das Düngen der Felder eingeschränkt.

Wie sauer sie über diese Gesetze sind, wollten die Landwirte den Politikern in Berlin zeigen.

Laut Polizei fuhren am Dienstag 5095 Traktoren durch Berlin. Teilweise gab es bis zu 20 Kilometer lange Konvois.