Verbrecherjagd in Geseke
von Julika Enders am 15. Mai 2020 17:19 Uhr Kinder

Ungewöhnlich viele Polizisten waren in den letzten Tagen in Geseke unterwegs, teilweise mit Suchhunden. Nachts kreiste immer wieder ein Hubschrauber durch die Luft. „Was ist hier los?“, fragten sich viele Geseker besorgt. Antworten bekamen sie erst mal nicht. Jetzt ist klar, was dahintersteckte: Die Polizei hat einen Mann festgenommen. Er soll schwere Steine und Betonplatten von Autobahnbrücken geworfen haben.

Geseke – Zum Glück wurden dabei keine Menschen verletzt. Trotzdem: Schwere Gegenstände auf Straßen zu werfen, ist extrem gefährlich, weil schlimme Unfälle passieren können. Dem Mann aus Geseke wird vorgeworfen, mit dieser Aktion ein bestimmtes Ziel verfolgt zu haben: Er wollte sehr viel Geld von einer großen Auto-Firma. Erst wenn er das Geld bekommt, wollte er damit aufhören, Autofahrer zu gefährden. Das nennt man Erpressung, und die ist strafbar.

Ein klarer Fall für die Polizei! Viele Polizisten waren deshalb mit modernster Technik im Einsatz, um dem Mann auf die Spur zu kommen. Und siehe da: Am Mittwochabend haben sie ihn geschnappt. In Geseke.

Polizei und Staatsanwaltschaft haben zusammen ermittelt, auch mit einem verdeckten Großeinsatz. Weil die Suche verdeckt, also geheim war, gab es in den letzten Tagen auch keine genauen Informationen zu den seltsamen Beobachtungen in Geseke. Sonst hätte der Verdächtige vielleicht etwas mitbekommen und wäre abgehauen.

Jetzt können alle Geseker wieder aufatmen: Denn die Polizei hat den Verdächtigen festgenommen. Und bei der Aktion haben die Polizisten immer auch darauf geachtet, dass niemand sonst in Gefahr kommt. Manchmal braucht man dafür eben auch ein bisschen Geheimnistuerei ...

Das Gericht prüft Beweise und spricht ein Urteil

Solange der Mann aus Geseke nicht von einem Gericht verurteilt ist, gilt er als Verdächtiger. Deshalb wird er auch als „mutmaßlicher Täter“ bezeichnet. Erst wenn bewiesen ist, dass er es ganz sicher war, darf man das mutmaßlich weglassen und ihn als Täter bezeichnen. Ist ein mutmaßlicher Verbrecher gefangen, wird er von der Staatsanwaltschaft angeklagt. Ein Gericht bewertet dann beide Seiten: die des Verdächtigen, also die Verteidigung, und die der Staatsanwaltschaft, also die Anklage. Dann gibt es ein Urteil. Sprechen die Beweise gegen den Angeklagten, wird er bestraft, kommt sogar ins Gefängnis. Wenn die Anklage nicht eindeutig beweisen kann, dass der Verdächtige die Straftat begangen hat, wird er freigesprochen und darf wieder nach Hause.