Was macht die Biene im Blumenkasten?
von Daniel Kossack am 19. Juni 2020 17:29 Uhr Kinder

Lippstadt – Da staunte Patriot-Mitarbeiter Daniel Kossack nicht schlecht: In seinem Blumenkasten tummeln sich Bienen! Was machen sie denn da? Wer Fragen hat, sollte sie stellen. Und wenn man schon bei der Zeitung arbeitet, kann man das neue Wissen auch mit den Lesern teilen. Das hat Daniel herausgefunden:

Bienen kannte ich bisher als fleißige Honiglieferanten, die in Staaten leben und durch ihre Bestäubungstätigkeit dafür sorgen, dass die Menschheit nicht verhungert. Dass es auch Bienen gibt, die in der Erde und alleine leben, war mir durchaus bewusst. So habe ich mich gefreut, als ich auf unseren Balkon zum ersten Mal eine Biene entdeckte, die in einem selbst gegrabenen Erdloch verschwand. Das machte sie etwa einen Tag lang, bis sie plötzlich mit einem Blatt angeschwirrt kam und dieses mit in ihre Höhle nahm. Das hat dann doch für Verwunderung gesorgt und meine Neugierde geweckt.

Eine schnelle Recherche ergab: Es ist eine Blattschneiderbiene. Ja, Blattschneiderbiene. Noch nie gehört? Ich auch nicht. „Die sind gar nicht so selten“, sagt Peter Hoffmann vom Nabu-Kreisverband Soest. „Man beobachtet sie nur nicht so oft.“ Hoffmann konnte die Art genauer bestimmen: Es ist wahrscheinlich eine Garten-Blattschneiderbiene.

„Deutschlandweit gibt es über 550 Wildbienenarten, zu denen auch Hummeln zählen“, erklärt Hoffmann. Ein Drittel davon sei gefährdet, 45 sogar schon ausgestorben. Meine Balkon-Biene gehört (noch) nicht dazu. Das wundert mich nicht, denn alleine in zwei Blumenkästen, die etwa 80 Zentimeter lang sind, haben sich inzwischen drei dieser Bienen angesiedelt. Manchmal streiten sie sich kurz in der Luft, wenn sie zufällig gleichzeitig im Landeanflug sind.

Dennoch sieht die Zukunft für die vielfältigen Insekten nicht unbedingt rosig aus. Denn Wildblumen und Kräuter werden immer seltener. „Um so mehr sollten wir uns über solche Begegnungen im heimischen Blumenkasten freuen und den Gedanken schnell verwerfen, etwas gegen die harmlosen Blütenbestäuber zu unternehmen“, mahnt Hoffmann.