Anröchte Podcast

Dragqueen aus Erfurt mit Wurzeln in Klieve: „Nastja Areshky“ im Podcast „Dicke Lippe“

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24. April 2026, 08:47 Uhr

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Klieve – Glitzer, Glamour, Geschlechteridentität – diese drei Themen eint Tim Friesen aus Klieve mit seiner Dragpersona Nastja Areshky. Er steht mittlerweile seit vier Jahren als Dragqueen Nastja auf den Bühnen Deutschlands und performt sogar in seiner eigenen Dragshow.

Was mit 19 Jahren mit Schminken im Kinderzimmer in Klieve begann, ist längst zur professionellen Berufung für Tim Friesen geworden. Mittlerweile lebt er in Erfurt und an den Abenden in seiner Wahlheimat heißt es: Perücke auf, Maske drauf, Glitzerbody an und dann startet die Performance. 

Akrobatik mit Spagat und Flick-Flack, künstlerische Kurzfilme und Aktivismus gehören für Nastja zu einer guten Show, genau wie der Döner vor dem Auftritt.

Inwiefern Drag für Tim Friesen auch eine Kunstform ist und warum es um mehr geht als Schminken und Tanzen, erzählt er in der neuesten Folge vom Patriot-Podcast „Dicke Lippe“. Hier direkt auf Spotify reinhören! 

Mittlerweile hat Nastja Areshky sogar ihre eigene Dragshow namens „Zaubernuss“. Was das mit russischem Gebäck zu tun hat, verrät Tim Friesen im Podcast auch. In der Show moderiert, tanzt und performt er selber und lädt regelmäßig andere Queens als Gastdarstellerinnen ein. 

Drag bedeutet für ihn die Verwandlung in eine neue Person: „Es ist die Magie dahinter, sich in so viele Kreationen zu verwandeln. Mein Drag ist nicht nur an die Weiblichkeit angelehnt, sondern ein Spielen mit Make-up und das Kreieren einer neuen Persona. Das muss nicht an ein Geschlecht gebunden sein.“ 

Kommentar

Von Soraya Dietz

Sichtbar bleiben für die Demokratie

Im Vorfeld dieses Podcasts stand eine bezeichnende Frage im Raum. Möchte Tim Friesen überhaupt mit seinem Klarnamen auftauchen – oder lieber nicht? Warum? Weil queere Menschen in Deutschland auch heute noch Konsequenzen fürchten müssen, wenn sie mit Klarnamen sichtbar für homophobe Menschen auftreten. Wenn sie ihren Namen nennen, ihr Gesicht zeigen und offen für ihre eigene Identität einstehen – in Freiheit leben.

Was in einem freien Land selbstverständlich sein sollte, darf keine Mutprobe sein. Doch genau das wird es gerade. Wer sich offen zeigt, macht sich angreifbar – weil antidemokratische Kräfte erstarken und Grenzen verschieben. Weil rechtes Gedankengut, das mit der Demokratie anrichtet und Menschen um ihre Sicherheit fürchten müssen. Tim Friesen hat sich trotzdem dazu entschieden, seinen Namen zu nennen. Sichtbar zu bleiben. Das ist Mut. Das ist Haltung. Und es ist ein Signal: Freiheit bleibt nur dann bestehen, wenn Menschen sie leben – und sich nicht verstecken.