Kinder Kanzlerbesuch

Kitz - Die Patriot Kinderseite: Der Kanzler ist auch (nur) ein Mensch

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Von der Redaktion am 10. Oktober 2026, 08:00 Uhr

10. Oktober 2026, 08:00 Uhr

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Rüthen – Der Bundeskanzler Friedrich Merz hat seine alte Schule in Rüthen besucht. So hoher Besuch sorgte natürlich für mächtig Aufregung vor und hinter den Kulissen. Die Schülerinnen und Schüler des Friedrich-Spee-Gymnasiums erlebten Merz dabei als Kanzler zum Anfassen.

Ein guter Schüler war Friedrich Merz nicht unbedingt. Und doch scheint er gern an seine alte Schule zurückzukehren, wo er aufgeregt, aber auch herzlich empfangen wurde. Er schüttelte die Hände der Kinder und Jugendlichen und plauderte mit ihnen.

Zum Beispiel mit Caspar Farke und seinen Mitschülern aus der Q2. „Er hat einen kräftigen Händedruck und ist sehr präsent, der Mann. Aber leider Dortmund-Fan“, lautet ihr Resümee über die Begegnung. Die zehnjährige Mara Storck aus der Klasse 5b sprach mit dem Kanzler über ihr Lieblingsfach Sport und fragte, wie er aus der Ukraine so schnell wieder nach Deutschland gekommen sei. Merz erklärte, dass er zunächst mit dem Zug im Schlafwagen und anschließend mit dem Flugzeug weitergereist ist. 

Allein die Tatsache, dass er den Besuch in Rüthen trotz eines prall gefüllten Terminkalenders wahrnimmt, zeigt, dass ihm die alte Schule am Herzen liegt. „Ich habe mich hier ausgesprochen wohl gefühlt“, sagte er bei seiner Begrüßung. Und im Gespräch mit den Schülervertretern zeigte er sich recht locker und entspannt. 

Im Gespräch blickte er auch auf einen keineswegs geradlinigen Schulweg zurück. 1971 kam er als 16-Jähriger aus der Nachbarstadt Brilon nach Rüthen. „Das Gymnasium Brilon und ich waren der Meinung, dass wir nicht so gut zueinander passen“, formulierte Merz diplomatisch, was schon einmal als „Disziplinprobleme“, also weniger akzeptables Verhalten, die Runde machte. Nach dem Schulwechsel wiederholte der jugendliche Friedrich zunächst die 10. Klasse.

Und auch sein Abiturzeugnis scheint nicht so rosig gewesen zu sein, wie man manchmal meinen möchte, wenn Friedrich Merz mit erhobenem Zeigefinger lospoltert. Über die Note wird schon seit geraumer Zeit gemunkelt. 3,8, also eine Vier plus, stand mal im Raum. Merz hatte damals in einem Podcast nur ausweichend geantwortet, was als Eingeständnis gedeutet wurde, dass die Note im Viererbereich lag. Das Abi-Zeugnis hält er nicht nur im übertragenen Sinne unter Verschluss, es liegt zu Hause in einem Tresor. 

In Rüthen gab der Kanzler den jungen Leuten noch einen guten Rat mit: „Genießt die Zeit, tut etwas für euer Leben, lernt ordentlich – macht es ein bisschen besser als ich.“ 

Dabei muss man auch einmal ehrlich feststellen: Dass der Kanzler kein Musterschüler war, macht ihn doch irgendwie menschlich. Und es zeigt, dass man kein Einserkandidat sein muss, um im Leben etwas zu erreichen. Von sab/df/jul