Lippstadt Herbstwoche

Gebrannte Mandeln und steigende Kosten: Lippstädter Schausteller im Patriot-Podcast „Dicke Lippe“

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16. Oktober 2026, 07:00 Uhr

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Lippstadt – Für sie ist es kein Volksfest wie jedes andere – es ist ein echtes Heimspiel. Walter Burghard und Andree Langenscheidt vom Lippstädter Schaustellerverein waren kurz vor der Herbstwoche bei „Dicke Lippe“ zu Gast und geben Einblicke in eine ganz besondere Welt.

Seit gut drei Jahren führen die zwei Schausteller mit Lippstädter Wurzeln den Verein gemeinsam. Ihre Familien ziehen aber zum Teil bereits seit sieben Generationen von Kirmes zu Kirmes. In der neuen Ausgabe des Patriot-Podcasts sprechen sie über die Besonderheit der Herbstwoche, die Highlights zum Jubiläum und Herausforderungen der Branche.

Heimspiel

„Lippstadt hat einfach ein besonderes Flair. Wir sind mitten in der Altstadt“, nennt Walter Burghard junior einen Trumpf der Herbstwoche. Neben Soest hätten nur wenige Veranstaltungen dieses Ass im Ärmel. Die ganz großen Kirmessen wie Crange oder der Hamburger Dom gehen auf zentralen Plätzen über die Bühne. In den engen Gassen einer Innenstadt würde dagegen eine viel dichtere Stimmung entstehen.

Kindheitserinnerung

Wer auf Rummelplätzen groß wird, kennt natürlich auch die Herbstwoche von Kindesbeinen an. Viel fehlte nicht und Andree Langenscheidt wäre sogar auf der Lippstädter Kirmes zur Welt gekommen. „Meine Mutter saß hochschwanger hinter der Karussellkasse“, berichtet er lachend. Bei Burghard geht die erste Herbstwochen-Erinnerung auf das ehemalige Aktionszentrum in der Bahnhofstraße zurück, ein Ganztagskindergarten speziell für Schaustellerkinder: „Das war echt eine schöne Zeit.“

Bildung

Grundsätzlich gibt es in der Welt der Schausteller zahlreiche Besonderheiten. Das fängt schon in der Schule an: „Ich selbst musste früher bis zu 30 Mal im Jahr die Schule wechseln“, blickt Langenscheidt zurück. Abgesehen von einer kurzen Winterpause zwischen dem letzten Weihnachtsmarkt und der ersten Kirmes ist er seit jeher fast das ganze Jahr über unterwegs. Bei seiner Tochter ist es mittlerweile anders: „Es gibt extra Bereichslehrkräfte und mobile Klassenzimmer, die gezielt Volksfeste ansteuern. Da hat sich viel verbessert.“

Familie

„Schausteller ist kein Beruf, sondern eine Berufung. Und dass wir dabei immer mit unserer Familie zusammen sind, ist daran eigentlich das Schönste“, betont Langenscheidt, der unter anderem einen Wagen mit gebrannten Mandeln mit seiner Frau zusammen führt. Auch die Kinder der beiden Podcast-Gäste sind bereits eingespannt. Einen Zwang, die Tradition weiterzuführen, bestehe aber nicht, stellt Walter Burghard klar.

Kosten 

„Die Kosten erdrücken uns“, bringt Burghard die größte Herausforderung der Branche schnell auf den Punkt. Egal ob Energie oder der Wareneinkauf – alles sei teurer geworden. Die Preiserhöhungen auf der Kirmes seien dagegen noch moderat, betonen beide. Am Autoscooter von Burghard sei der Preis seit Corona nicht erhöht worden. Die Ware von Langenscheidt ist im gleichen Zeitraum um etwa zehn Prozent teurer geworden. Der Eindruck vieler Besucher würde allerdings weit darüber hinausgehen. Umso wichtiger seien Happy-Hour-Angebote wie am ersten Kirmestag.

Sicherheit

Die nach einem Messerangriff entfachte Sicherheitsdebatte in Lippstadt strahlt natürlich auch auf die Herbstwoche ab. Grundsätzlich empfinde Langenscheidt auf Volksfesten aber ein „gutes Sicherheitsgefühl“. Polizei und Ordnungsamt würden zusätzlich dazu beitragen, dass niemand mit einem Angstgefühl über die Herbstwoche laufe.

Jubiläum

Natürlich ist der Lippstädter Schaustellerverein auch an zahlreiche Aktionen im Rahmen des Jubiläums beteiligt. Das gilt neben dem Bobbycar-Rennen am Mittwoch auch für den Verkauf von gebrannten Mandeln mit Bürgermeister Alexander Tschense am Dienstag (16 Uhr am Wiener Mandelstand). Und natürlich sind die Lokalmatadore auch beim großen Umzug am Samstag, 24. Oktober, dabei.

Die ganze Folge von „Dicke Lippe“ gibt es ab Freitag auf Spotify, Apple Podcasts oder der Patriot-Homepage.