Lippstadt Bahnverkehr

Hinweise auf ICE-Comeback: Kommt die beliebte Lippstadt-München-Verbindung zurück?

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20. September 2026, 12:52 Uhr

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Lippstadt – Für heimische Bahnkunden glich der Fahrplanwechsel im Dezember 2025 einem bitteren Kahlschlag: Der beliebte ICE 1223 von Lippstadt nach München wurde gestrichen. Nun verdichten sich die Anzeichen, dass der Fernzug zum Fahrplanwechsel 2027 sein Comeback feiert.

Als die Streichungspläne im Herbst 2025 durchsickerten, war das Erstaunen groß. Selbst Bahn-Insider bestätigten damals, dass die Verbindung „immer bis zum Dach ausgebucht“ war. Am Fahrgastinteresse lag das Aus folglich nicht.

Die Ursache für den plötzlichen Aderlass lag vielmehr im System der Deutschen Bahn begründet: Als offizielle Hauptgründe nannte der Konzern eine angespannte Baustellensituation sowie gravierende betriebliche Engpässe auf den Ausweichstrecken.

Inzwischen verdichten sich die Hinweise auf ein Comeback: Laut der App „bahn expert“ (Echtzeitinformationen zu Zugverbindungen) fährt der ICE ab dem 13. Dezember 2026 wieder nach München – und zwar um 9.33 Uhr ab Lippstadt (ICE 1123). Von München zurück startet der ICE1124 demnach um 13.55 Uhr. Angeblich sogar ohne das störungsanfällige Zusammenkoppeln (Flügeln) von Zugteilen in Würzburg, wie es vorher der Fall war. Auch in Bahn-Foren wurde die neue Verbindung längst gefunden und eifrig diskutiert. 

Eine offizielle Bestätigung des Konzerns für den neuen Fahrplan steht jedoch noch aus. Ein Bahn-Sprecher will sich bedeckt halten: „Den ab Dezember 2026 gültigen Fahrplan werden wir in den kommenden Wochen bekanntgeben. Ab dann können wir auch Details zu Streckenverläufen oder Abfahrtszeiten einzelner Verbindungen nennen. Bis dahin möchten wir Sie noch um etwas Geduld bitten.“ 

Auch der heimische Landtagsabgeordneter Jörg Blöming (CDU und Teil des Verkehrsausschusses) sitzt quasi auf heißen Kohlen. Er stehe im engen Kontakt mit der Bahn, könne aber noch nichts verkünden, heißt es aus seinem Büro.

Doch warum wurde die Verbindung überhaupt gestrichen, wenn Sie doch so beliebt ist? Wie der Fahrgastverband Pro Bahn damals erläuterte, greift bei Netzengpässen eine harte Bahn-Logik. Muss der Rotstift angesetzt werden, streicht das Unternehmen bevorzugt sogenannte „Einzelleistungen“ – also Zugpaare, die nur ein einziges Mal am Tag verkehren –, da deren Wegfall das Gesamtnetz fahrplantechnisch weniger komplex belastet als das Kappen eines Stundentakts.

Wer seit Ende 2025 von Lippstadt in die bayerische Landeshauptstadt reisen will, muss erhebliche Nachteile in Kauf nehmen: Der Umstieg in Kassel-Wilhelmshöhe verlängert die Gesamtreisezeit von ehemals 4:40 Stunden auf teilweise knapp sechs Stunden.

Der Unmut in der Bevölkerung war groß. Eine von der Lippstädterin Anke Victor gestartete Online-Petition für den Erhalt der Strecke sammelte über 10.000 Unterschriften im Kreis Soest und den Nachbarregionen – ein deutliches Signal, das auch die Politik im Düsseldorfer Landtag erreichte.

Die DB Fernverkehr AG betonte dann im Januar 2026, wegen der hohen Auslastung ein starkes eigenes Interesse an der Wiederaufnahme der Strecke zu haben. Ein weiteres Zeichen dafür, dass alle Weichen gen München gestellt sind?