Kinder

Jedes Wort ein Kunstwerk

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17. April 2026, 09:38 Uhr

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Paderborn – Es gibt Kinder, die sagen nicht einfach Dinge falsch. Sie sagen sie neu. Und manchmal klingt das so gut, dass Erwachsene kurz schlucken und denken: Moment mal… warum sagt man das eigentlich nicht immer so?

„Windwedel“ statt Windrad. „Grünzeugrausmacher“ statt Strunkentferner. Diese kleinen Wortkunstwerke stehen jetzt im Fokus eines Forschungsprojekts der Universität Paderborn und der Universität Bielefeld. Die Frage der Forscher: Wie kreativ sind Kinder eigentlich, wenn sie Sprache lernen – und was verraten ihre Wort-Erfindungen über das, was im Kopf passiert?

Willkommen im „Sprachlabor der kleinen Wortakrobaten“. Untersucht wird das Ganze im „SprachSpielLabor“. Kinder bekommen Bilder und Gegenstände gezeigt und sollen einfach sagen, was sie sehen. Die goldene Regel dabei: Es gibt kein richtig oder falsch. Nur Ideen. Und manchmal echte Sprach-Perlen.

Wenn ein Kind einen Begriff nicht kennt, passiert nämlich etwas Spannendes: Es bastelt Wörter aus dem, was es schon kennt. Oder beschreibt Dinge so kreativ, dass selbst Sprachforscher kurz aufhorchen.

Genau das interessiert die Wissenschaft: Wie entstehen solche Neuschöpfungen? Welche Strategien nutzen Kinder, wenn ihnen ein Wort fehlt? Und macht es einen Unterschied, ob sie nur Deutsch sprechen – oder mehrsprachig aufwachsen? Denn Mehrsprachigkeit ist ein guter Trainingsplatz fürs Gehirn, wenn es um Sprache geht.

Aktuell sucht das Forschungsteam mehrsprachige Kinder im Alter von vier bis fünf Jahren, die neben Deutsch mindestens eine weitere Sprache sprechen. Insgesamt gibt es vier Termine im Labor – jeweils rund 50 Minuten. Für die Teilnahme gibt’s 15 Euro pro Termin (insgesamt 60 Euro) und ein Geschenk für die Kinder.

Wichtig: Das Ganze ist kein klassischer Test. Niemand wird bewertet. Statt Noten gibt’s Neugier. Statt Druck gibt’s Spiel.