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Vom Polizisten bis zum Förster

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Von der Redaktion am 17. Oktober 2026, 08:00 Uhr

17. Oktober 2026, 08:00 Uhr

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Kreis Soest – Der Herbst ist da! Hast du bei einem Spaziergang auch schon die eine oder andere Kastanie oder Eichel in deine Tasche gesteckt, die zurzeit unter den Bäumen liegen? Damit bist du nicht allein. Im Tierreich ist die Sammelei von Samen und Vorräten im vollen Gange. 

Bestimmt kennst du das Eichhörnchen, welches fleißig Eicheln versteckt, damit es sie im Winter fressen kann. Ebenso haben einige andere Tiere einen Sammeltrieb wie zum Beispiel der Eichelhäher. Seine Lieblingsspeise trägt er im Namen.

Der Eichelhäher gehört zu den Rabenvögeln. Dabei ist sein Gefieder rosabraun mit leuchtend blau-schwarz gestreiften Flügelfedern. Du kannst ihn in Parks, großen Gärten oder Wäldern beobachten. Manchmal wird er auch „Wächter des Waldes“ oder „Polizei des Waldes“ genannt. Sein kratzender Ruf schallt bei Gefahr durch den Wald und warnt andere Tiere. Er ist sehr aufmerksam und wie andere Rabenvögel sehr intelligent.

Das muss er auch sein, denn jetzt sammelt der Eichelhäher viele Eicheln. Für den Transport lagert er die Samen im Kropf. Der Kropf ist eine kleine Ausbuchtung in der Speiseröhre von Vögeln. Dort können sie Nahrung sammeln. Bis zu zehn Eicheln passen in den Kropf eines Eichelhähers hinein. Das ist ganz schön viel für einen Vogel, der nur so groß wie eine Taube ist, oder? Anschließend versteckt er die Samen, damit er sie später wiederfindet und erst dann frisst.

Dafür vergräbt er sie leicht im Boden, getarnt unter anderen Pflanzen. Andere Tiere sollen schließlich seine Verstecke nicht plündern. Bucheckern, Haselnüsse und andere Baumsamen werden ebenso gesammelt.

Mehrere tausend Verstecke legt er so an. Das ist viel mehr, als er über den Winter braucht. Wo eine Eichel nicht benötigt oder vergessen wurde, wächst später eine Eiche. Der Eichelhäher ist damit nicht nur Waldwächter, sondern ein kleiner Förster, der im Wald Bäume pflanzt. Ganz schön viele Jobs für den kleinen Vogel.

Das macht sich auch der Mensch zunutze. Gezielt werden in Kästen Eicheln angeboten, die von dem Eichelhäher aufgenommen und verteilt werden. Mit seinen Vorräten kann der Vogel mehrere Kilometer weit fliegen. Das Saatgut der Bäume verteilt sich auf diese Weise im ganzen Wald und sogar darüber hinaus.

Übrigens ist der Eichelhäher kein Vegetarier, sondern ein Allesfresser: Ameisen, Raupen, Spinnen und Schnecken stehen auch auf seiner Speisekarte. Vor allem im Frühjahr und Sommer ist seine Ernährung insektenlastig. Doch zum Herbst und Winter hin frisst er mehr Samen und Beeren. 

Konstanze Münstermann ist bei der Kreisverwaltung zuständig für den Vogelschutz und schreibt für Kitz regelmäßig Winnis Tagebuch.