Kitz - die Patriot Kinderseite: Ein Spielplatz für alle Sinne
Lippstadt – Schaukeln, drehen, klettern – und zwar für alle: Mit einem neuen Spielplatz am Jahnplatz soll ein Ort entstehen, an dem alle Menschen mit und ohne Behinderung ganz selbstverständlich gemeinsam spielen können. Mit diesem Projekt setzt Lippstadt ein starkes Zeichen für mehr Teilhabe. Denn Teilhabe bedeutet, dass auch Menschen mit Behinderung die gleichen Chancen und Möglichkeiten erhalten wie Menschen ohne Behinderung.
Der Spielplatz am Jahnplatz hat die besten Jahre hinter sich. Darum bietet es sich an, wenn er sowieso erneuert werden muss, ihn als inklusiven Spielplatz herzurichten. Inklusiv bedeutet, dass eben auch Menschen mit Behinderung miteinbezogen werden. Damit entsteht der erste inklusive Spielplatz in Lippstadt.
Geplant wird der Spielplatz unter anderem von Julia Küthe. Sie ist spezialisiert auf solche inklusiven Spielplätze und und betont, dass Inklusion weit mehr bedeutet als Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Sehbehinderungen. Mitgedacht wurden auch Menschen mit Lernschwierigkeiten, Autismus, ADHS, ebenso wie Kinder, die schnell über- oder unterfordert sind oder sich einsam fühlen. Küthe weiß: „Ein Spielplatz muss spannend, fordernd und fördernd gestaltet sein.“
Entsprechend ist der Jahnplatz-Spielplatz geplant. Die Bereiche sind berollbar, auch wenn ganz unterschiedliche Materialien eingesetzt werden. Sieben Spielzonen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden strukturieren das Gelände. Leitlinien, die man sehen und ertasten kann, sowie Orientierungspfosten erleichtern das Zurechtfinden.
Spielzonen nach
Lust und Laune
Unter dem Motto „Wasser und Matsch“ gibt’s Wasserspaß für alle: mit Bauchliege, Wasserpumpe und weiteren Elementen. In der Schaukel-Zone warten gleich sechs verschiedene Schaukeln: mit Paar- und Schlauchsitz und zum Beispiel einer Nestschaukel – „die beliebteste Schaukel Deutschlands“. „Balancieren und Klettern“ ist mit Seilen, Netzen, Boulderwand, Wackelplatten und Tunnelrutsche möglich – ebenfalls in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen. Selbst der Turm kann im Inneren erklettert werden, auch allein mit Armkraft.
Wer lieber Tempo und Drehungen mag, findet im Bereich „Drehen“ ein ebenerdig berollbares Inklusionskarussell, eine Wackelwanne und voraussichtlich die Holländerscheibe, die schon auf dem Jahnplatz zu finden ist.
Der Bereich „Springen, hüpfen und wippen“ bietet eine Stehwippe für Rollstuhlfahrer und ein Triple-Trampolin, ein ausdrücklicher Wunsch von Kindern, die im Vorfeld des Projektes an mehreren Schulen und einer Kita befragt wurden.
Alle Sinne werden in der Zone „Soziales Spiel“ angesprochen: Hier gibt’s Platz für Gruppen-, Einzel- und Rollenspiele, eine Rutsche und ein Xylofon, auf dem nach Farben musiziert werden kann. Rückzugs- und Aufenthaltsmöglichkeiten schafft der Bereich „Chillen, essen, trinken, sitzen und spielen“. Unter einem großen Sonnensegel laden Bänke und Tische zum Verweilen ein. Outdoor-Memory und ein Vier-gewinnt-Rundtisch sorgen für zusätzliche Angebote.
Bäume und Pflanzen runden den Spielplatz nicht nur optisch ab, sondern sprechen ebenfalls die Sinne an – auch geschmacklich: Apfel-, Johannis- und Himbeersträucher laden zum Naschen ein.
Das Projekt hat seinen Preis: 700 000 Euro. „Kein Pappenstiel“, sagte Grünflächen-Chef Christian Kleineheilmann von der Stadt Lippstadt, „aber gut angelegtes Geld.“ Unterstützung kommt von der Sparkasse Hellweg-Lippe, die das Projekt mit 200 000 Euro fördert.
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