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Kitz - Die Patriot Kinderseite: Ins gemachte Nest gesetzt

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Von der Redaktion am 25. April 2026, 08:00 Uhr

25. April 2026, 08:00 Uhr

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Kreis Soest – Ku-kuck! Ku-kuck! Der Frühlingsbote ist schon da. Der Ruf ist bekannt, doch nur wenige bekommen den Vogel zu Gesicht. Der Kopf und das Gefieder sind grau, der Bauch weiß-schwarz gestreift. Farbe bringen die gelben Beine und Augen ins Spiel. Der Kuckuck ist so groß wie eine Taube.

Im April kommt der Kuckuck aus Afrika, wo er über den Winter gelebt hat. Jetzt im Frühjahr ist er auf Partnersuche, weshalb er seinen typischen Gesang zum Besten gibt. Der Kuckuck ist nicht nur für seine Laute bekannt. Eine andere Sache macht ihn besonders, wodurch er bei anderen Vögeln nicht beliebt ist. Hast du bereits eine Vermutung, wovon ich spreche?

Den Nestbau spart sich der Kuckuck. Auch das Aufziehen der Jungvögel überlässt er anderen Singvögeln. Kuckucke legen ihre Eier in die Nester vom Wiesenpieper, Neuntöter, Rotkehlchen, Gartenrotschwanz oder Zaunkönig. Bei 100 Vogelarten versucht der Kuckuck in ganz Europa seine Kinder unterzujubeln, ungefähr die Hälfte davon zieht den Kuckuck-Nachwuchs erfolgreich auf.

Auch Karin, das Kuckucksweibchen, legt ihre Eier lieber in fremde Nester. Damit spart sie sich Zeit und Energie für den eigenen Nestbau. Still und heimlich fliegt sie das Nest eines Gartenrotschwanzes an, legt ein Ei ab und nimmt ein anderes wieder mit. So erkennen die neuen Vogeleltern nicht, dass plötzlich ein Ei mehr im Nest liegt. Auf den ersten Blick fällt der Tausch gar nicht auf. In der Farbe unterscheiden sich die Eier nicht. Karins Ei hat die gleiche blaue Färbung wie die Gartenrotschwanz-Eier. Es ist allerdings etwas größer. Andere Kuckucke legen gesprenkelte oder bräunliche Eier, immer passend zu den Zieheltern. Die Weibchen können sich die Ei-Farbe nicht aussuchen. Sie legen immer die gleiche Farbe und Musterung. Ein Gartenrotschwanz-Paar hat damals Karin aufgezogen, weshalb sie sich nur Nester dieser Vogelart aussucht.

War Karins Eiablage erfolgreich, brüten die Adoptiveltern das fremde Ei aus. Nach dem Schlupf des Kuckuckskinds schmeißt es seine „Geschwister“ aus dem Nest oder drückt sie an den Rand. So bekommt es das gesamte Futter ab und wächst weiter und weiter. Irgendwann ist das Küken sogar größer als seine Adoptiveltern. Durch das weite Aufsperren des Schnabels zeigt das Küken seinen orange-roten Rachen. Bei Vogeleltern löst das einen Reiz aus, der sie zum Füttern anregt. Sie können gar nicht anders, sie müssen dem Küken Insekten bringen. Nach drei Wochen ist das Kuckuckskind flügge und fliegt los, um die Welt zu erkunden.

Konstanze Münstermann ist bei der Kreisverwaltung zuständig für den Vogelschutz und schreibt für Kitz regelmäßig Winnis Tagebuch.