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Kitz – die Kinderseiten im Patriot: Nanu? Plötzlich alles ruhig?

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Von der Redaktion am 18. Juli 2026, 08:00 Uhr

18. Juli 2026, 08:00 Uhr

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Kreis Soest – Hast du schon mal von einem Sommerloch gehört? Viele Leute sind im Urlaub, es gibt kaum Veranstaltungen und die Zeitungen haben wenig zu berichten. Man könnte also sagen, es ist nichts los. 

Auch bei uns Vögeln kommt vielleicht der Eindruck auf. Es ist ganz schön still geworden. Morgens wird man nicht mehr von Vogelgezwitscher geweckt und auch tagsüber scheint es so, als wären fast alle Vögel verschwunden. Sind etwa alle Vögel bereits im Süden? Nein, sie sind nur still und gut versteckt. Die Zeit des Vogelgesangs ist erstmal vorbei.

Wir Vögel singen aus zwei Gründen: um einen Partner anzulocken und um unser Revier zu markieren. Die Partnersuche liegt im Frühjahr. Wer jetzt noch keinen Partner gefunden hat, der ist für dieses Jahr leer ausgegangen und kann es im nächsten wieder versuchen. Die meisten Jungtiere sind schon flügge, das heißt sie können jetzt fliegen und versorgen sich selbst mit Futter. Daher muss auch kein Revier mehr verteidigt werden.

Stattdessen findet jetzt bei vielen Vogelarten ein neuer Abschnitt statt: die Mauser. Bei der Mauser erneuern Vögeln ihr Gefieder. Dafür verlieren sie nach und nach die alten, abgenutzten Federn und neue Federn wachsen nach. In der Zwischenzeit bilden sich also Lücken im Gefieder und der Vogel kann schlechter bis gar nicht mehr fliegen. Die Mauser ist deswegen nicht ungefährlich: Vor Feinden wie Fuchs und Habicht können sie nur schlecht fliehen. Ein Vogel in der Mauser bleibt daher versteckt und ganz leise.

Der Spätsommer ist die beste Zeit für einen Federwechsel. Es gibt viele Samen, Früchte und Insekten, die den Vögeln als Futter dienen. Denn es ist ganz schön anstrengend, sich ein neues Federgewand wachsen zu lassen. Es ist also doch recht viel bei den Singvögeln los, nur gut verborgen.

Auch wenn jetzt viele schöne Federn herumliegen, sammeln darfst du sie nicht. Aber warum das denn? Sie werden doch von keinem mehr gebraucht. Mit diesem Verbot möchte man die Vögel schützen. Ob der Vogel die Feder ganz natürlich verloren hat oder ob sie ihm herausgerupft wurde, kann man hinterher nicht erkennen. So könnte jeder behaupten, er hätte die Feder gefunden, auch wenn das nicht stimmt.

Vor allem besonders bunte, lange oder gemusterte Federn wurden früher als Mode an Hüten befestigt. Um genug Federn liefern zu können, wurden dafür sogar Vögel getötet. Einige Arten wie der Silberreiher waren dadurch vom Aussterben bedroht.

Konstanze Münstermann ist bei der Kreisverwaltung zuständig für den Vogelschutz und schreibt für Kitz regelmäßig Winnis Tagebuch.