Kinder Serie

Tatort Dornenhecke

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Von der Redaktion am 30. Mai 2026, 08:00 Uhr

30. Mai 2026, 08:00 Uhr

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Kreis Soest – Oh Schreck! Vor kurzem bin ich an einer Dornenhecke vorbeigeflogen. Was sehe ich dort? Insekten und sogar kleine Mäuse hingen auf den Dornen in den Büschen. Ein grausiger Anblick. Wer macht den sowas? Der Übeltäter ist schnell gefunden: Norbert, der Neuntöter!

Norbert hat rostbraune Flügel und einen grauen Kopf und Nacken. Sein heller Bauch ist leicht rosa eingefärbt. Wie eine Banditenmaske zieht sich ein schwarzer Streifen über seine Augen. Die Weibchen sind eher unauffällig. Ihr Gefieder ist braun mit einem wellenförmigen Muster auf der Brust. Auch sie tragen eine braune Augenmaske.

Aber nun noch einmal zurück zum Tatort: Weshalb spießt Norbert Insekten und Raupen auf Dornen auf? Er nutzt den Busch als Vorratslager und legt dort seine Beute ab. Größere Beutetiere zerkleinert er mithilfe der spitzen Dornen.

Sein doch sehr brutaler Name „Neuntöter“ weist auf das Sammelverhalten hin. Früher glaubten die Leute, dass der Neuntöter erst neunmal Beute erlegen musste, bevor er sie frisst. Neben Insekten wie Heuschrecken und Raupen frisst er auch kleine Mäuse und sogar Eidechsen und Schlangen.

Der Neuntöter gehört zu der Familie der Würger. Die Würger würgen unverdauliche Futterrester wieder hoch und spucken sie aus. Genau wie die Eulen bilden sie Gewölle. Gewölle bestehen aus Insektenpanzern, Federn, Haaren, Schuppen und Knochenresten, die sie nicht verdauen können. Ein Verwandter des Neuntöters ist der Raubwürger. Auch der Raubwürger spießt seine Beute auf. Er sieht dem Neuntöter mit seiner Maske ähnlich, ist aber ganz in den Farben Grau, Weiß und Schwarz gehalten.

Norbert, der Neuntöter hält sich am liebsten in Bereichen mit vielen Hecken auf. Natürlich bevorzugt er dornige oder stachelige Hecken, wie Weißdorn oder Rosen. Hier baut er sein Nest oder nutzt sie als Ansitzwarte für die Jagd. Ansitzwarten sind hohe Sitzmöglichkeiten, von wo er die Umgebung gut im Blick hat. Sieht Norbert Beute, stürzt er sich von dort hinunter. An Waldrändern, Obstwiesen und auf Äckern kann man ihn auch sehen, wenn dornige Sträucher vorhanden sind. Durch die Dornenhecke ist Norbert geschützt. Andere Tiere können nicht so leicht an ihn, sein Nest und seine Nachkommen gelangen, da die Dornen sie piksen.