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Kitz - die Patriot Kinderseite: König der Wiesen und Felder

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Von der Redaktion am 27. Juni 2026, 08:00 Uhr

27. Juni 2026, 08:00 Uhr

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Kreis Soest – Eigentlich habe ich schon längst geschlafen, da weckt mich ein lautes „Crex Crex!“ und „Rerrp-Rerrp“. Wer macht denn solch kratzige Geräusche zu später Stunde? 

So laut, wie er ruft, muss er doch bestimmt ganz in der Nähe sein, oder? Also begebe ich mich auf die Suche nach dem Schreihals. Es dauert etwas, da der Verursacher sich gut zwischen Büschen, Sträuchern und hohen Gräsern versteckt. Zudem ist er weiter weg als gedacht. Einen Kilometer von meinem Schlafplatz entfernt finde ich ihn dann doch.

„Was machst du denn für einen Lärm?“, frage ich den unscheinbaren Vogel mit braunem Gefieder, dunkelbraunen Tupfen und einem hellen Bauch. Auffällig ist aber sein langer Hals, den er streckt, um mich über den langen Grashalmen hinweg anzusehen. „Das ist doch ganz klar, ich balze!“, entgegnet Willi, der Wachtelkönig, „Dafür muss ich laut rufen, damit die Wachtelkönig-Frauen mich schon von Weitem hören können!“. Also ist Willi auf Partnersuche. Ob er seine Wachtelkönigin findet? Schon rennt Willi mit seinen langen Beinen los und verschwindet in der Wiese. Willi ist ein scheuer Vogel. Häufig ist er zu Fuß unterwegs, obwohl er fliegen kann.

Auch wenn sein Name es vermuten lässt: Mit den Wachteln ist Willi, der Wachtelkönig, nicht verwandt. Früher glaubten die Leute, dass Wachteln, die aus dem Süden hochziehen, von einem Wachtelkönig angeführt werden. Das kommt daher, dass man beide Arten oft zusammen beobachten kann und sie beide in Wiesen und Felder vorkommen. So erhielt der Wachtelkönig seinen Adelstitel. Andere Namen sind Wiesenknarrer, wegen seines knarrenden Gesangs, oder Wiesenralle. Denn eigentlich ist Willi eine Ralle.

Im Gegensatz zu vielen anderen Rallen lebt Willi nicht unbedingt am oder im Wasser. Allerdings bevorzugt er feuchte Wiesen oder Auen. Aber auch auf anderen Wiesen, Brachflächen und manchmal sogar in Getreidefeldern kann man ihn antreffen. In der Lippeaue und in der Hellwegbörde sind Willi und seine Artgenossen unterwegs.

Doch leider gibt es nicht mehr viele Wachtelkönige. In Deutschland sind sie vom Aussterben bedroht. Die Reise von den ostafrikanischen Winterquartieren in die Hellwegbörde und zurück steckt voller Gefahren. Für Willis Partnerinnen wird es zudem immer schwieriger, einen guten Nestplatz zu finden. Zum Schutz hier vor Ort werden Lebensräume wie feuchte Wiesen oder Brachflächen geschaffen, die spät gemäht werden. Dadurch kann der Wachtelkönig ungestört und gut versteckt im hohen Gras brüten.

Konstanze Münstermann ist bei der Kreisverwaltung zuständig für den Vogelschutz und schreibt für Kitz regelmäßig Winnis Tagebuch.